Fünfzehn Minuten westlich des Zentrums von Cartagena liegt eines der schwersten Industriegebiete Spaniens: das Valle de Escombreras, mit Raffinerie, Tanklagern und einem Kraftwerk. Wer daran vorbeifährt, schaut selten nach oben. Schade, denn über diesem Tal liegt ein geschütztes Küstengebirge mit zwei verlassenen Forts und dem schönsten Panorama dieser ganzen Küste.

Die Wanderung ist kurz, gut begehbar und praktisch kostenlos. Und sie erzählt ein Stück Geschichte, das den meisten Besuchern der Costa Cálida nie begegnet.

Die Route: 6,8 Kilometer, 180 Höhenmeter


Seit 2019 ist dies ein offizieller Weg: der Sendero Punta de Aguilones, angelegt von der Hafenbehörde Cartagena. Die Piste ist breit und eben, für Wanderer und Radfahrer freigegeben und misst hin und zurück 6,8 Kilometer bei rund 180 Höhenmetern. Sie ist ein homologierter Abzweig des GR-92, des Fernwanderwegs entlang der gesamten spanischen Mittelmeerküste.

Beim Bau wurde der Hang mit rund 8.600 Pflanzen und Bäumen neu bepflanzt, darunter die ciprés de Cartagena — eine nur hier vorkommende Zypressenart — sowie Aleppo-Kiefern, Zwergpalme, Thymian und Rosmarin. Sie laufen also nicht über ein kahles Industriegelände, sondern durch geschütztes Natura-2000-Gebiet.

Wanderer und ein Radfahrer an einem Aussichtspunkt entlang der Route, darunter der Hafen von Escombreras und die Bucht
Unterwegs folgt ein Aussichtspunkt auf den nächsten. Radfahrer dürfen hier ebenfalls fahren.
PraktischDetails
Distanz6,8 km hin und zurück
Höhenunterschiedrund 180 Meter
Dauer2 bis 3 Stunden inklusive Rundgang an beiden Batterien
Untergrundbreite Piste, stellenweise loser Schotter; feste Schuhe empfohlen
Schattenkaum — meiden Sie die sommerlichen Mittagsstunden und nehmen Sie ausreichend Wasser mit
Start & ParkenSendero de Aguilones 1, Cartagena — Parken am Beginn der Piste
Kostenkeine — frei zugänglich, keine Öffnungszeiten

Batería de Aguilones: vier Geschütze mit 21 Kilometern Reichweite


Die erste Batterie liegt auf dem Berg El Aguilón, gut hundertsiebzig Meter über dem Meer. Offiziell hieß sie C-7. Errichtet wurde sie im Rahmen des Befestigungsplans von 1926 — des Plan Primo de Rivera —, der die Marinestützpunkte Cartagena, El Ferrol und Mahón gegen Angriffe von See schützen sollte.

Die Bewaffnung bestand aus vier Vickers-Geschützen von 15,24 Zentimetern aus dem Jahr 1923, mit einer Reichweite von über 21 Kilometern. Das Feuer dieser Batterie kreuzte sich mit dem der Batterien Jorel und La Parajola, sodass die gesamte Hafeneinfahrt abgedeckt war.

Betonierte Geschützbettung mit runder Kanonengrube und Brustwehr, dahinter die Berge der Sierra de la Fausilla
Die runden Geschützgruben und Brustwehren sind noch da, mit der Sierra als Hintergrund.

Die Batterie wurde auch tatsächlich eingesetzt. Am 6. März 1939, in den letzten Tagen des Bürgerkriegs, eröffnete Aguilones das Feuer auf La Parajola, nachdem von dieser Stellung aus auf Schiffe geschossen worden war. Es folgte ein Artillerieduell, das so heftig war, dass zwei der drei noch funktionsfähigen Geschütze ausfielen; bei Kriegsende waren die Rohre unbrauchbar.

Zwei Batterien derselben Stadt, die aufeinander schossen. So nah kam der Bürgerkrieg hier heran.

Danach blieb die Stellung noch Jahrzehnte in Dienst. Die letzten Schüsse fielen 1992; ein Jahr später wurde die Batterie außer Dienst gestellt und demontiert. Seit dem 7. August 1997 ist Aguilones ein Bien de Interés Cultural in der Kategorie Monumento.

Dieser Status hat den Verfall nicht aufgehalten. Ein Sanierungsplan über mehrere Millionen Euro ist im landesweiten Verwaltungsplan für Küstenbatterien enthalten, derzeit steht die Anlage jedoch verfallen und überwuchert da. Das macht den Eindruck vor Ort ehrlich gesagt stärker — und den Besuch vorsichtiger.

Verwitterte weiße Holzdoppeltür in einer Mauer aus grobem Naturstein an der Küstenbatterie
Nichts ist zugenagelt oder restauriert. Die Türen stehen so, wie sie zurückgelassen wurden.

Der Einschnitt durch den Berg


Zwischen den beiden Batterien liegt der fotogenste Abschnitt der Route. Um die Verbindungsstraße anzulegen, wurde der dazwischenliegende Hügel in zwei Teile geschlagen: Sie gehen durch einen schmalen, schnurgeraden Einschnitt mit zig Meter hohen Wänden. Vor Ort ist diese Passage als Túnel del Viento bekannt, und an einem windigen Tag versteht man sofort, warum.

Zwei Wanderer gehen durch einen tiefen Einschnitt mit steilen ockerfarbenen Felswänden, am Ende die Batterie auf dem Berg
Der Einschnitt zwischen beiden Batterien, am Ende des Ganges bereits die nächste Stellung in Sicht.

Batería de Conejos: die Flak


Die zweite Stellung liegt höher, auf rund zweihundert Metern, und hatte eine andere Aufgabe. Während Aguilones auf Schiffe zielte, war Conejos gegen Flugzeuge gebaut: vier Vickers-Flakgeschütze von 105/45 aus dem Jahr 1923, mit eigener Feuerleitung.

Während des Bürgerkriegs gehörte die Batterie zur Luftverteidigung der Stadt. Zwischen dem 15. April 1937 und dem 21. Juli 1938 feuerte die Stellung 665 Granaten ab und kam siebzehnmal gegen Luftangriffe zum Einsatz. Die letzte scharfe Übung fand im Juli 1960 statt; danach wurden die Geschütze abgezogen.

Breite Piste, die zu einem langgestreckten Kasernengebäude auf dem Bergkamm führt, links das Meer
Die letzten Meter zur Stellung, mit dem Meer zur Linken.

Hier sind die Gebäude größtenteils intakt: Kasernen, Magazine und Diensträume, mit Natursteinfassaden und überraschend sorgfältig gemauerten Fenstereinfassungen. Für Militärbauten der dreißiger Jahre ist das handwerklicher, als man erwarten würde.

Verlassenes Kasernengebäude mit Natursteinoberkante und verzierten Fenstereinfassungen an der Küstenbatterie
Die Dienstgebäude stehen noch fast vollständig da, samt dem dekorativen Mauerwerk über den Fenstern.

Die beiden Batterien in Zahlen

Stand August 2026

1929
Bau von Aguilones abgeschlossen
21 km
Reichweite der Vickers-Geschütze
170 m
Höhe von Aguilones über dem Meer
200 m
Höhe von Conejos über dem Meer
665
von Conejos abgefeuerte Granaten, 1937–1938
1997
Aguilones als Bien de Interés Cultural anerkannt

Der Ausblick: zwei Welten zugleich


Das Besondere an dieser Wanderung ist, dass Sie vom selben Kamm aus zwei völlig unterschiedliche Panoramen haben. Nach Süden und Westen: offenes Meer, die Küste bis zum Cabo Tiñoso, der Regionalpark Cabo Tiñoso-La Muela, die Insel Escombreras und die Isla de las Palomas.

Und drehen Sie sich um, liegt dort der komplette Energie- und Petrochemiekomplex von Escombreras: Hunderte Lagertanks, ein Kraftwerk, Kaianlagen. Kein schöner Anblick im klassischen Sinne, aber ein beeindruckender — und er erklärt mit einem Blick, womit diese Gegend ihr Geld verdient.

Blick von den Betondächern der Batterie über das Tanklager und das Kraftwerk im Valle de Escombreras
Von den Dächern der Batterie blicken Sie direkt in das Valle de Escombreras.

Bleiben Sie auf dem Weg

Die Beschilderung vor Ort ist eindeutig, und der Grund ist sichtbar: Gewarnt wird vor Absturzgefahr und vor Steinschlag. Außerdem gilt: auf den zugelassenen Wegen bleiben, kein Feuer machen, Müll wieder mitnehmen, Pflanzen und Tiere in Ruhe lassen, Zelten und Übernachten sind nicht erlaubt. Betreten Sie keine dunklen Räume oder Keller der Batterien — die Gebäude werden nicht unterhalten. Bei starkem Wind ist auf dem Kamm Vorsicht geboten.

Was das bedeutet, wenn Sie hier kaufen möchten


Nun der Teil, den wir standardmäßig dazusagen. Diese Wanderung liegt auf der Westseite von Cartagena, und das ist eine ganz andere Wohnwelt als der Mar Menor oder La Manga.

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Das Gebiet westlich von Cartagena, mit dem Valle de Escombreras und der Sierra de la Fausilla. Kartenmaterial © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Häufige Fragen


Wie lang ist die Wanderung zur Batería de Aguilones?
Der offizielle Sendero Punta de Aguilones ist hin und zurück 6,8 Kilometer lang, mit rund 180 Höhenmetern auf einer breiten, gut begehbaren Piste. Rechnen Sie mit zwei bis drei Stunden, wenn Sie sich für beide Batterien Zeit nehmen.
Ist die Route für Einsteiger geeignet?
Ja. Der Weg ist breit und gleichmäßig, Kletterei gibt es nicht. Allerdings fehlt fast jeder Schatten, gehen Sie also nicht in der Mittagshitze und nehmen Sie ausreichend Wasser mit. Wegen des losen Schotters sind feste Schuhe zu empfehlen.
Darf man die Batterien betreten?
Die Gelände sind vom Weg aus frei zugänglich, die Gebäude sind jedoch verfallen. Bleiben Sie auf den markierten Wegen: Die Beschilderung warnt ausdrücklich vor Absturz- und Steinschlaggefahr. Betreten Sie keine dunklen Räume, Keller oder Schächte.
Wo beginnt die Wanderung?
Parken Sie am Sendero de Aguilones 1 in Cartagena, am Rand des Hafengebiets von Escombreras auf Höhe der Punta de Parales. Von dort führt eine einzige Piste in südöstlicher Richtung hinauf zur Batería de Aguilones; verfehlen kann man sie nicht.
Was sieht man von den Batterien aus?
Ein Panorama vom Cabo Tiñoso bis zur Punta de Aguilones: die Bucht von Cartagena, den Regionalpark Cabo Tiñoso-La Muela, die Insel Escombreras und die Isla de las Palomas, und auf der anderen Seite das gesamte Industrietal von Escombreras.
Kann man hier auch Rad fahren?
Ja, der Weg ist für Wanderer und Radfahrer freigegeben und verläuft auf einer ebenen Piste. Er ist ein homologierter Abzweig des Fernwanderwegs GR-92, des Camino del Mar Mediterráneo.

Erst einmal die Gegend kennenlernen?

Wir fahren diese Region wöchentlich ab. Sagen Sie uns, was Sie suchen, dann sagen wir Ihnen ehrlich, wo das möglich ist und wo nicht.